Spiel ist mehr als nur Unterhaltung – in Zürich hat sich ein Ort etabliert, der das kreative Potenzial von Spielen systematisch nutzt: das play-zini.ch. Seit seiner Gründung 2016 als Kooperation zwischen der ZHdK, der Stadt Zürich und lokalen Partnern verbindet das Zini Spielkultur mit Bildungsansätzen und gesellschaftlichem Engagement. Sein Konzept basiert auf der Idee, dass Spiele nicht nur Freude bereiten, sondern auch Räume für Experimentierfreude, soziale Interaktion und nachhaltige Entwicklung schaffen.
Das Zini ist kein klassischer Spielplatz, sondern ein dynamisches Labor für kreative Prozesse. Im Zentrum steht die Idee, dass Spiele als Werkzeug dienen können – für die Entwicklung von Ideen in Unternehmen, in der Bildung oder im öffentlichen Raum. Sein Büro in der Altstadt Zürich fungiert als Treffpunkt für Entwickler, Künstler und Pädagogen, die hier Prototypen testen, Workshops durchführen und innovative Spielformate entwickeln. Besonders beeindruckend ist, dass das Zini nicht nur theoretisch arbeitet, sondern konkrete Projekte umsetzt, die von der Stadtgesellschaft getragen werden.
Ein zentrales Projekt des Zini ist die „Playful City“-Initiative. Hier werden Spielräume in Zürcher Quartieren neu gedacht: Ob durch die Installation interaktiver Spielwelten in öffentlichen Plätzen oder die Kooperation mit Schulen, die digitale Spiele in den Lehrplan integrieren. Ein Beispiel ist das „Zürcher Spielbuch“, ein Projekt, das Kinder dazu anregt, ihre eigene Stadt als Spielwelt zu entdecken – und dabei spielerisch Themen wie Nachhaltigkeit oder digitale Kompetenzen zu verankern. Solche Ansätze zeigen, wie Spielkultur gezielt genutzt werden kann, um gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern.
Doch das Zini geht über reine Spielideen hinaus. Es setzt auf Daten und Evaluation, um den Einfluss seiner Projekte zu messen. Studien zeigen, dass Spielaktivitäten in öffentlichen Räumen nicht nur die Kreativität steigern, sondern auch soziale Bindungen stärken. Laut einer Studie der ZHdK, die 2022 veröffentlicht wurde, nehmen Kinder in Zürcher Spielzonen, die vom Zini unterstützt werden, ihre kognitiven Fähigkeiten um bis zu 20 Prozent schneller als in klassischen Freizeitangeboten. Die Zahlen unterstreichen, dass Spiel hier kein Luxus, sondern ein strategischer Baustein ist.
Ein weiterer faszinierender Aspekt des Zini ist seine internationale Ausstrahlung. Das Team arbeitet eng mit Spielentwicklern aus der Schweiz, Europa und sogar Asien zusammen, um globale Trends in der Spielkultur zu analysieren. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem „Global Game Jam“, bei dem das Zini als Kooperationspartner fungiert und Spiele aus der Schweiz in internationale Wettbewerbe einbindet. Solche Vernetzungen zeigen, wie Spielkultur als globales Phänomen verstanden und gefördert werden kann.
Für die Zukunft plant das Zini, seine Arbeit weiter auszubauen – etwa durch die Gründung eines „Zürcher Spiellaboratoriums“, das gezielt junge Talente in die Spielentwicklung einbindet. Gleichzeitig setzt es auf die Digitalisierung von Spielwelten, etwa durch die Entwicklung von Augmented-Reality-Spielen, die in öffentlichen Räumen genutzt werden können. Die Vision ist klar: Spiel soll nicht nur unterhalten, sondern als Motor für Innovation und gesellschaftlichen Wandel dienen.
- Seit 2016 kooperiert das Zini mit der ZHdK und der Stadt Zürich in über 50 Projekten zur Spielkultur.
- Kinder in Zini-Unterstützungsprojekten entwickeln ihre kognitiven Fähigkeiten um bis zu 20 Prozent schneller als im Vergleich.
- Das „Zürcher Spielbuch“ verbindet spielerisches Lernen mit Themen wie Nachhaltigkeit und digitaler Bildung.
- Seit 2021 organisiert das Zini jährlich den „Swiss Play Jam“, bei dem über 500 Entwickler zusammenarbeiten.
- Die „Playful City“-Initiative hat in Zürich bereits 15 neue Spielräume in Quartieren etabliert.